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DEUTSCH

Wirya Budaghi

Garden Tribunal: Arûng, 2026

Dauerperformance, Video-Performances, Foto- und Videoinstallation, Text, Kräuterschnecke, Pflanzen, Erde, Stein

Wirya Budaghi arbeitet mit Performance, Video und installativen Formaten. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind persönliche Erfahrungen von Migration, Exil und politischer Gewalt, die er mit Fragen nach Erinnerung, Körper und Gemeinschaft verbindet.

Dabei interessiert ihn, wie politische Verhältnisse in alltägliche Räume eingeschrieben sind und wie sich Wissen, Sprache und Zugehörigkeit unter Bedingungen von Unsicherheit verändern.

Für die Britzenale entwickelt Budaghi mit Garden Tribunal: Arûng eine ortsbezogene Arbeit in einem der Gärten der Anlage „Zur Windmühle“.

Ausgangspunkt ist seine Begegnung mit der kurdischstämmigen Gärtnerin Ayşe Tû, die den Garten seit vielen Jahren bewirtschaftet. Beide bringen unterschiedliche Migrationserfahrungen mit – Budaghi aus dem Iran, Ayşe Tû aus der Türkei – und begegnen sich im Garten über ihre Beziehung zu Pflanzen, Erde und Erinnerungen.

Im Zentrum der Arbeit steht ein Baum, den der verstorbene Vater der Gärtnerin gepflanzt hat. Der Garten wird dabei zu einem Ort, an dem familiäre und persönliche Geschichten weitergegeben werden.

Gleichzeitig verweist die Arbeit darauf, dass der Garten und die darauf errichtete Behausung nicht nur private Rückzugsorte sind, sondern auch soziale Räume, die von Fragen nach Wohnen, Arbeit, Unsicherheit und Zugehörigkeit geprägt werden.

Die Installation verbindet Videoarbeiten, Textfragmente, dokumentarische Materialien und eine gemeinsam entwickelte Kräuterschnecke aus Pflanzen, Erde und Steinen.

In den Videoarbeiten – teilweise Dokumentationen von Performances – stehen Körper, Nahrung und Erinnerung im Mittelpunkt. In einer Arbeit wird Erde langsam über den Körper des Künstlers geschüttet, in einer anderen isst er Lauch, der im Garten geerntet wurde.

Der Begriff „Tribunal“ bezeichnet in Budaghis Arbeit keinen juristischen Raum, sondern einen Ort des Zuhörens und Erzählens. Der Garten wird als ein solcher Raum verstanden, in dem Erfahrungen sichtbar und spürbar werden, die sonst oft keinen Platz haben. Als Stück Land wird der Garten zu einem Speicher von Erinnerung, der Naturwissen bewahrt und weitergibt.

Zur Arbeit gehört außerdem eine nächtliche Dauerperformance während des Festivals. Der Künstler bleibt vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang im Garten wach.

Dieses Wachsein versteht er als Form von Aufmerksamkeit und Fürsorge, aber auch als Geste des Widerstands. Es verweist auf kurdische Erfahrungen von Wachsamkeit und Schutz ebenso wie auf aktuelle Situationen von Verdrängung und Unsicherheit in der Stadt.

ENGLISH

Wirya Budaghi

Garden Tribunal: Arûng, 2026

Durational performance, video performances, photo and video installation, text, herb spiral, plants, soil, stone

Wirya Budaghi works with performance, video and installation. His practice draws on personal experiences of migration, exile and political violence, which he connects to questions of memory, the body and community.

He is particularly interested in how political realities become inscribed into everyday spaces and how knowledge, language and belonging shift under conditions of uncertainty.

For the Britzenale, Budaghi has developed the site-specific work Garden Tribunal: Arûng within one of the plots of the allotment garden association “Zur Windmühle”.

The project originated from his encounter with Ayşe Tû, a gardener of Kurdish descent who has cultivated the plot for many years. Both share experiences of migration—Budaghi from Iran and Ayşe Tû from Turkey—and meet through their relationship to plants, soil and memory.

At the centre of the work stands a tree planted by the gardener’s late father. The garden becomes a place where personal and family histories are preserved and passed on.

At the same time, the work highlights that the garden and the dwelling built upon it are not merely private retreats, but social spaces shaped by questions of housing, labour, insecurity and belonging.

The installation combines video works, text fragments, documentary materials and a collaboratively developed herb spiral made from plants, soil and stones.

The video works—some of them documentation of performances—focus on the body, food and memory. In one work, soil is slowly poured over the artist’s body; in another, he eats leeks harvested directly from the garden.

In Budaghi’s work, the term “tribunal” does not refer to a legal institution but to a space of listening and storytelling. The garden is understood as such a place, where experiences that often remain unheard can become visible and tangible.

As a piece of land, the garden becomes a repository of memory that preserves and transmits ecological and cultural knowledge.

The project also includes a durational overnight performance during the festival, in which the artist remains awake in the garden from sunset until sunrise.

Budaghi understands this wakefulness as a form of attentiveness and care, but also as a gesture of resistance. It refers to Kurdish experiences of vigilance and protection, as well as to contemporary conditions of displacement and insecurity in the city.

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